Metadaten und ihre Bedeutung
In diesem Blog möchte ich über Metadaten sprechen: Was sind Metadaten genau? Wo werden sie erhoben, und wie können sie genutzt werden? Definition Metadaten sind strukturierte Daten, die ...
Es ist unglaublich, wie sehr sich die Welt in den letzten 30 Jahren verändert hat. Die Art, wie wir Informationen beschaffen und verarbeiten, hat sich komplett von analogen Mitteln ins Digitale verschoben. Dieser Vorgang verlief so schnell und brachte auch so viel vermeintliche Produktivität, dass sich kaum jemand Gedanken über die Folgen gemacht hat.
Mit den neuen Technologien wurde wenig bis gar nichts reguliert, wie eine Dokumentation des ZDF gut erklärt. Darin wird gezeigt, wie sich das Silicon Valley innerhalb weniger Jahre zu einer unglaublichen Grösse entwickelt hat. Weil von der Politik wenig bis gar kein Verständnis für diese neuen Technologien herrschte, wurde dementsprechend wenig bis gar nicht reguliert. Es herrschte ebenfalls die Meinung, man dürfe dieser Entwicklung nun nicht im Wege stehen – man behindert nur die Innovation.
Google war eines der ersten Unternehmen, das sehr gut verstand, was man mit den Daten und Metadaten der Kunden alles machen konnte. Durch die Nutzung der Metadaten der Kunden, um gezielt Werbung zu schalten, wurde Google unfassbar reich. Längst ist es Alltagssprache, etwas bzw. Informationen zu „ergooglen“. Jeder, der etwas sucht oder kaufen möchte, googelt es zunächst. Natürlich stehen die Produkte mit dem grössten Werbebudget dann auch bei der Suche ganz oben.
Mit dem Siegeszug der Smartphones wurde das Internet nochmals deutlich zugänglicher. Jeder hatte plötzlich einen kleinen, sehr leistungsfähigen Computer in der Tasche und konnte darüber Inhalte aus der ganzen Welt abrufen.
Leider führte das auch dazu, dass die Tech-Konzerne noch mächtiger wurden und an noch mehr Daten ihrer Kunden gelangten. Durch Social Media erreichte das Sammeln von Daten dann ganz neue Sphären. Es gibt wenig bis gar nichts, was die Tech-Konzerne nicht über uns wissen. Wir geben unsere Informationen ja auch freiwillig preis – durch die Nutzung von Smartphones und den Apps darauf. Wir enthüllen unsere tiefsten Wünsche und entblössen uns in aller Öffentlichkeit – nicht nur im Sinne von entblösstem Körper, sondern auch unserem Geist.
Niemals in der Menschheitsgeschichte wussten einige wenige so viel über alle anderen. Noch dazu sind diese Apps so gestaltet, dass sie möglichst süchtig machen. Es ist absurd, wenn man an früher denkt: Schon damals wusste man, dass zu viel Fernsehen Kindern schadet und bei Eltern die Alarmglocken läuteten, wenn ein Kind zu lange vor dem Fernseher sass. Heute tragen Kinder einen kleinen Fernseher mit sich herum und konsumieren fragwürdige Inhalte rund um die Uhr – während sie ihre Gedanken und Wünsche online teilen und sich dadurch angreifbar machen.
Die Intimität ist quasi gestorben, und die Auswirkungen davon sieht man an den immer häufiger auftretenden psychischen Krankheiten.
Das ist oft die Antwort von vielen Menschen, wenn man sie darauf hinweist. Ich muss sogar gestehen: Ich hatte vor einigen Jahren selbst diese Einstellung. Man dachte sich: Na und? Sie haben sowieso alle Daten – brauchen sie ja auch, um mir mein Leben so angenehm wie möglich zu machen.
Diese Einstellung ist verständlich bei Personen ausserhalb der Tech-Bubble. Immerhin ist es in einer demokratischen Gesellschaft nicht nur die Aufgabe des Bürgers zu schauen, was er konsumiert – nein, auch der Staat trägt Verantwortung. Die grossen Tech-Konzerne spielen nämlich mit der Unwissenheit der Bürger. Woher soll ein normaler Bürger wissen, welche Auswirkungen seine Nutzung von Smartphones oder Social Media hat? Nicht jeder beschäftigt sich nahezu rund um die Uhr mit diesem Thema wie wir in der IT-Branche.
Und da sind wir wieder bei den fehlenden Regulierungen, die ich bereits angesprochen habe. Es ist absolut notwendig, dass sich Regierungen ihrer Verantwortung bewusst werden und diese wahrnehmen. Die USA als grösster Profiteur der aktuellen Lage macht diesbezüglich – wenig überraschend – leider keine Anstrengungen. Der Kurs in den USA hat sich sogar verschlimmert: Selbst die Daten bei staatlichen Stellen sind nicht mehr sicher. Elon Musk bedient sich nach Herzenslust am Staatsapparat und weitet seine Stellung weiter aus.
Wie sieht es hier in der Schweiz aus? Wie dieser Artikel der Republik zeigt, wird sich die Schweiz in Bezug auf KI-Regulierung eher in Richtung der USA bewegen. Die potenziellen Auswirkungen einer fehlenden Regulierung im Bereich KI werden uns vermutlich in den nächsten Jahrzehnten noch sehr stark belasten.
Die Hoffnung liegt nun bei der EU, welche mit dem AI Act das Problem erkannt hat und versucht es in den Griff zu bekommen. Die Schweiz sollte sich überlegen, ob sie nicht lieber doch den Weg der EU gehen sollte anstatt den Weg der von Trump und seinen Techbros geführten USA.
Der Fortschritt kam so schnell – es galt einfach immer nur mitzuhalten. Inzwischen sollte aber klar sein: Einfach nur zu digitalisieren bringt uns nicht weiter. Wir müssen wieder Kontrolle schaffen – Kontrolle über unsere Daten. Wir müssen uns auch hinterfragen: Was geben wir preis? Und wie viel?
Keine Daten – weder Metadaten noch andere Daten – sollten einfach so preisgegeben werden. Es ist und wird niemals egal sein! Unsere Bequemlichkeit darf uns nicht in Abhängigkeiten führen oder darin gefangen halten.
Produktivität steigern wir auch ohne die Lösungen grosser Konzerne – und ohne Social Media sowieso! Das Einzige, was leidet, wenn wir bewusst mit unseren Daten umgehen, sind die Geldbörsen der Milliardäre.